Umgang mit der Natur – ein Weg der Gesundung und Entwicklung

Fragt man Menschen, die Entwicklungskrisen erfolgreich durchgemacht haben, in wie weit ihnen der Umgang mit Natur dabei half, so hört man oft bewegende Antworten wie diese:

In vielen alten Kulturen
wurden Erlebnisse mit der Natur zum Angelpunkt in der inneren und äußeren Entwicklung und Gesundung.

Die Indianer wurden auf verschiedenen Übungswegen herangeführt, den großen Geist in aller Natur, im Wachsen und Werden, im Wandeln der Sterne... zu erleben. Moses erlebte die Gotteskraft im Nahetreten an einen Dornbusch. Dieses Naturerleben mit seiner wachrüttelnden, gebietenden Stimme wurde für ihn ein Schlüsselerlebnis. So konnte er später auch in der Natur die Gebote empfangen. Im Blitz und Donner vernahmen die Urchristen oftmals die Stimme des göttlichen Weltengrundes. (Evangelium, Apostelgeschichte, Apokalypse). Ganz im ureigensten Inneren den göttlichen Funken zu finden, lehrten die christlichen Mystiker vieler Jahrhunderte. Aus ihm tätig sich wie eine unerschütterlich leuchtende Sonne in die Welt zu stellen wurde dann in der gemeinsamen Arbeit und in Ritualen erübt. Als eine Sonne der Gerechtigkeit besangen Widerstandskämpfer ihren Helfer. Als eine Zusammenfassung aller Kräfte und Wesen der Natur wurde oftmals der Mensch selber erlebt. Ein Mikrokosmos im Makrokosmos.

Glücklicherweise es gibt heute wieder
die Erfahrungen von besonderen Menschen, nicht nur der spirituell geschulten und/oder begnadeten Menschen und nicht nur der Künstler sondern einfach die tiefer in die Natur spürenden, die länger hinschauenden, die intensiver suchenden und erkennenden Menschen. Es gibt wieder jene, die sich nicht zufrieden geben mit oberflächlichen materialistisch geprägten Erkenntnissen, die unseren Stolz nur nähren und die Ehrfurcht und Andacht gegenüber den tiefen Geheimnissen der Welt vertreiben. So z.B.

Aus solchen Erfahrungen und Gedanken werden in unserer Zeit die verschiedensten Arbeitsgebiete neu bedacht, belebt und ausgerichtet. So z.B. die Heilpädagogik (Erlebnispädagogik), die Pädagogik (Handlungsorientiertes Lernen), die Psychotherapie (tiergestützte Therapie), und nicht zuletzt der Landbau selber (Ökolandbau). Vielerorts wurde geforscht und sind nunmehr zukunftsweisende Wege aufgezeigt, die diesem Projekt zugrunde liegen und nach denen viele Jugendliche suchen.

Der Jugendhof Godewin - als umfassender Lern- und Arbeitsort -
möchte in diesem gesamtgesellschaftlichen Kontext seinen Beitrag geben für junge Menschen. Entwicklungsförderung, Gesundung, Ausbildung – auch eine tiefe Freude an der Natur, am einfachen, ursprünglichen Leben wird hier einen geeigneten Rahmen finden. Der Jugendhof möchte im oben angedeuteten Sinne das ihm mögliche beitragen zur gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklung der Menschheit. Die reichen Erfahrungen und Gedanken unserer `Vorväter´ und Weisheiten der Vergangenheit werden dankbar mit herangezogen.