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Umgang mit der Natur – ein Weg der Gesundung und Entwicklung

Fragt man Menschen, die Entwicklungskrisen erfolgreich durchgemacht haben, in wie weit ihnen der Umgang mit Natur dabei half, so hört man oft bewegende Antworten wie diese:

  • "Ich war verzweifelt. Keinem Wort eines Menschen konnte ich mehr trauen. Zum Glück für mich gab es Tiere (mein Hund, ein Pferd beim Bauern nebenan). Die sind echt und verstellen sich nicht. Das machte mir ein Brücke, die ich gehen konnte, um das Vertrauen in die Welt nicht zu verlieren. Und nun habe ich auch Menschen gefunden, die echt sind, mit denen ich zusammen gute Arbeit machen kann."
  • "Das Gefühl tiefer Einsamkeit löste sich damals. es war ein herrliches Naturschutzgebiet. Ich erfuhr dort so etwas wie ein Verwobensein mit aller Natur. Darin erlebte ich: Ich gehöre dazu!"
  • "An einem herrlichen Sonnentag saß ich einmal auf einem wunderschönen Hügel. Die Natur lag vor mir ausgebreitet. Es klingt eigenartig, aber es war die Heiligkeit dieses Fleckens Erde, an dem ich etwas erleben und ahnen durfte von dem Göttlichen in aller Natur und das tat gut. Noch heute hilft das mir!
  • "Einmal saß ich unter einem Kirschbaum, voll mit reifen Früchten. Und ich wußte plötzlich: Der Kirschbaum ist so anders als die meisten Menschen. Er beschenkt alle Menschen ohne zu fragen, ohne Dankbarkeit zu verlangen... Und eigentlich ist ja alle Natur so."
  • "Im Prüfungsstreß wäre ich fast verrückt geworden. Der Kopf war so voll und rotierte. Die Gedankenfetzen hörten nie auf herumzuschwirren. Glücklicherweise konnte ich viel in der Landwirtschaft mitarbeiten. Da entstand Ruhe während des stetigen praktischen Arbeitens. So habe ich alles gut bestanden. Und außerdem bin ich da meinem inneren Schweinehund begegnet, der faul sein will. Ich wußte vorher gar nicht, daß der in mir steckt. Und da habe ich ihn überwunden. Das war ein Kampf, täglich weiter zu arbeiten. Aber es mußte ja einfach sein. Die Tiere wollten Futter, das Feldgemüse war reif..."

In vielen alten Kulturen
wurden Erlebnisse mit der Natur zum Angelpunkt in der inneren und äußeren Entwicklung und Gesundung.

Die Indianer wurden auf verschiedenen Übungswegen herangeführt, den großen Geist in aller Natur, im Wachsen und Werden, im Wandeln der Sterne... zu erleben. Moses erlebte die Gotteskraft im Nahetreten an einen Dornbusch. Dieses Naturerleben mit seiner wachrüttelnden, gebietenden Stimme wurde für ihn ein Schlüsselerlebnis. So konnte er später auch in der Natur die Gebote empfangen. Im Blitz und Donner vernahmen die Urchristen oftmals die Stimme des göttlichen Weltengrundes. (Evangelium, Apostelgeschichte, Apokalypse). Ganz im ureigensten Inneren den göttlichen Funken zu finden, lehrten die christlichen Mystiker vieler Jahrhunderte. Aus ihm tätig sich wie eine unerschütterlich leuchtende Sonne in die Welt zu stellen wurde dann in der gemeinsamen Arbeit und in Ritualen erübt. Als eine Sonne der Gerechtigkeit besangen Widerstandskämpfer ihren Helfer. Als eine Zusammenfassung aller Kräfte und Wesen der Natur wurde oftmals der Mensch selber erlebt. Ein Mikrokosmos im Makrokosmos.

Glücklicherweise es gibt heute wieder
die Erfahrungen von besonderen Menschen, nicht nur der spirituell geschulten und/oder begnadeten Menschen und nicht nur der Künstler sondern einfach die tiefer in die Natur spürenden, die länger hinschauenden, die intensiver suchenden und erkennenden Menschen. Es gibt wieder jene, die sich nicht zufrieden geben mit oberflächlichen materialistisch geprägten Erkenntnissen, die unseren Stolz nur nähren und die Ehrfurcht und Andacht gegenüber den tiefen Geheimnissen der Welt vertreiben. So z.B.

  • der Physiker Prof. Friedjof Capra, der in seinen Büchern über das neue Denken die Entstehung eines ganzheitlichen Weltbildes im Spannungsfeld zwischen Naturwissenschaft und Mystik beschrieb,
  • der katholische Theologe und Psychoanalytiker Prof. Eugen Drewermann, der in seinen Gedanken über einen Wendepunkt der Religionsgeschichte ermutigt, die verlorene Mystik der Natur wieder zu finden und zu pflegen,
  • der evangelische Pfarrer Jörg Zink, der immer wieder eindringliche biblische Reden über unseren Umgang mit der Schöpfung, der kostbaren Erde, hält.
  • der Begründer der anthroposophischen Bewegung, Rudolf Steiner, der seinen Schülern viele Wege wies, zu eigenem wachen Gewahrwerden des Gotteswirkens in der Natur und im Menschen zu kommen und daraus die Landwirtschaft neu zu praktizieren.

Aus solchen Erfahrungen und Gedanken werden in unserer Zeit die verschiedensten Arbeitsgebiete neu bedacht, belebt und ausgerichtet. So z.B. die Heilpädagogik (Erlebnispädagogik), die Pädagogik (Handlungsorientiertes Lernen), die Psychotherapie (tiergestützte Therapie), und nicht zuletzt der Landbau selber (Ökolandbau). Vielerorts wurde geforscht und sind nunmehr zukunftsweisende Wege aufgezeigt, die diesem Projekt zugrunde liegen und nach denen viele Jugendliche suchen.

Der Jugendhof Godewin - als umfassender Lern- und Arbeitsort -
möchte in diesem gesamtgesellschaftlichen Kontext seinen Beitrag geben für junge Menschen. Entwicklungsförderung, Gesundung, Ausbildung – auch eine tiefe Freude an der Natur, am einfachen, ursprünglichen Leben wird hier einen geeigneten Rahmen finden. Der Jugendhof möchte im oben angedeuteten Sinne das ihm mögliche beitragen zur gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklung der Menschheit. Die reichen Erfahrungen und Gedanken unserer `Vorväter´ und Weisheiten der Vergangenheit werden dankbar mit herangezogen.

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